Steak grillen · Methode

Reverse Sear Steak

Reverse Sear bedeutet: Das Steak wird zuerst indirekt sanft gegart und danach sehr heiß angegrillt. Perfekt für dicke Steaks.

🥩 ab 3,5 cm stark🔥 erst indirekt🌡️ Thermometer Pflicht⏱️ 35–75 Minuten

Was ist Reverse Sear?

Beim klassischen Steakgrillen wird oft zuerst scharf angegrillt und danach indirekt fertig gegart. Reverse Sear dreht diese Reihenfolge um: Das Steak kommt zuerst in die indirekte Zone und wird langsam an die gewünschte Kerntemperatur gebracht. Erst am Ende bekommt es bei maximaler Hitze die Kruste.

Tomahawk Steak mit langem Knochen auf dem heißen Grillrost
Dicke Steaks wie Tomahawk gelingen besonders gut mit direkter Hitze zum Angrillen und indirekter Hitze zum Fertiggaren.

Reverse Sear Schritt für Schritt

  1. Grill auf 110–130 °C indirekte Hitze einregeln.
  2. Steak mit Thermometer in die indirekte Zone legen.
  3. Bis etwa 4–6 °C unter Zieltemperatur ziehen lassen.
  4. Steak kurz ruhen lassen, während der Grill stark aufgeheizt wird.
  5. Pro Seite 45–90 Sekunden sehr heiß angrillen.
  6. Nach kurzer Ruhezeit anschneiden und servieren.

Für welche Steaks eignet sich Reverse Sear?

Die Methode lohnt sich besonders bei dicken Ribeyes, Tomahawk Steaks, Porterhouse, T-Bone und großen Rumpsteaks. Dünne Steaks profitieren weniger, weil sie zu schnell durchgaren.

SteakEignungHinweis
Tomahawksehr gutdick, ideal für indirektes Vorgaren
Ribeye ab 4 cmsehr gutsaftig und aromatisch
Filetsteak dickgutvorsichtig final angrillen
dünnes Minutensteakungeeignetdirekt grillen reicht
Wichtig: Reverse Sear funktioniert nur wirklich gut mit Temperaturkontrolle. Ohne Thermometer wird die Methode unnötig ungenau.

Wie weit unter Zieltemperatur solltest du vorgaren?

Die oft genannten vier bis sechs Grad Abstand sind ein brauchbarer Startpunkt, aber keine starre Regel. Eine sehr heiße Gusseisenplatte bringt beim Finish mehr Energie ins Steak als ein kurzer Kontakt auf einem moderaten Rost. Dicke, Ausgangstemperatur und Dauer des finalen Anbratens spielen ebenfalls mit. Beim ersten Versuch lieber etwas früher in die Sear-Phase wechseln und die Temperatur danach kontrollieren.

Die Oberfläche muss vor dem Sear trocken sein

Nach der indirekten Phase kann sich an der Oberfläche Feuchtigkeit sammeln. Tupfe sie bei Bedarf vorsichtig trocken, bevor das Steak in die sehr heiße Zone kommt. So geht die Energie schneller in die Bräunung statt zuerst in verdampfendes Wasser. Öl brauchst du nur sparsam; bei stark marmorierten Steaks reicht oft das austretende Fett.

Reverse Sear auf Gas und Kohle

Auf dem Gasgrill bleibt zunächst nur die indirekte Zone moderat aufgeheizt. Für das Finish wird ein Brenner oder eine Plancha stark hochgefahren. Beim Kohlegrill ist ein klarer Kohlehaufen auf einer Seite praktisch: Das Steak gart gegenüber der Glut und wandert am Ende direkt darüber. Bei beiden Varianten ist der Vorteil gleich: Garpunkt und Kruste werden getrennt voneinander kontrolliert.